Wer an der slowenischen Küste Urlaub macht, sollte sich einen halben Tag für die Salinen von Sečovlje nehmen. Zwischen Portorož und der kroatischen Grenze liegt hier eine Landschaft, die es so kaum noch gibt: flache Salzbecken, Kanäle, Dämme, alte Salzhäuser – und mittendrin Menschen, die Salz noch so ernten wie vor Jahrhunderten.
Wo die Salinen liegen
Die Salinen erstrecken sich an der Mündung des Flusses Dragonja, im südlichsten Zipfel der slowenischen Küste. Das Gebiet ist heute als Landschaftspark Sečoveljske soline geschützt. Er ist in zwei Teile gegliedert:
- Lera im Norden – hier wird bis heute Salz gewonnen.
- Fontanigge im Süden – hier wurde die Salzgewinnung aufgegeben; die verfallenen Salzhäuser und das Museum erzählen von früher.
Von Portorož aus ist man mit dem Auto oder Fahrrad schnell dort. Der Park hat mehrere Eingänge; welche gerade geöffnet sind und was der Eintritt kostet, steht aktuell auf der Seite des Parks (kpss.si).
Die beste Reisezeit
Salz wird nur geerntet, wenn Sonne und Wind mitspielen. Die Saison dauert grob vom späten Frühling bis zum Spätsommer. Wer die Salzernte sehen will, kommt am besten im Hochsommer an einem warmen, trockenen Tag. An windstillen Tagen bildet sich an der Wasseroberfläche die Salzblüte – das Fleur de Sel –, die die Salinenarbeiter vorsichtig abschöpfen.
Im Frühjahr und Herbst ist es ruhiger. Dann gehören die Salinen vor allem den Vögeln: Der Park ist ein wichtiger Rast- und Brutplatz an der Adria. Ein Fernglas lohnt sich.
Was du sehen kannst
Die Salzfelder in Lera. Hier arbeiten die Solinarji mit Holzschiebern und Schubkarren. Man sieht, wie das Meerwasser von Becken zu Becken geleitet wird und wie sich das Salz am Boden absetzt.
Das Salzmuseum in Fontanigge. In restaurierten Salzhäusern zeigt das Museum, wie die Salinenfamilien früher lebten und arbeiteten – vom Werkzeug bis zur Wohnstube. Für viele Besucher der eindrucksvollste Teil.
Die Natur. Kanäle, Schilf und Salzwiesen sind Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere, die mit salzigem Boden zurechtkommen.
Praktische Tipps
- Sonnenschutz und Wasser mitnehmen – Schatten gibt es kaum.
- Feste Schuhe – die Wege sind teils unbefestigt.
- Früh oder spät am Tag kommen: Das Licht ist schöner, und es ist weniger heiß.
- Respektiere abgesperrte Bereiche: Die Salzbecken sind Arbeitsflächen, kein Spielplatz.
Und danach?
Fast jeder nimmt aus den Salinen ein Säckchen Salz mit nach Hause. Und fast jeder steht ein paar Monate später in der Küche und denkt: Wo bekomme ich das jetzt wieder?
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