Die Solinarji – die letzten Salzbauern der Adria

Die Solinarji – die letzten Salzbauern der Adria

Hinter jedem Säckchen Salz aus Piran stehen Menschen. Man nennt sie Solinarji – die Salinenarbeiter von Sečovlje. Ihr Handwerk ist alt, körperlich anstrengend und hängt ganz vom Wetter ab. Und es wird nur noch von wenigen beherrscht.

Ein Handwerk aus dem Mittelalter

Die Salinen von Piran wurden bereits im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Über Jahrhunderte lebten ganze Familien während der Saison in den Salinen. Sie wohnten in den Salzhäusern direkt an den Becken – im Erdgeschoss lagerte das Salz, oben lebte die Familie. Im Museum in Fontanigge kann man noch heute sehen, wie dieses Leben aussah.

Früher arbeiteten in den Salinen sehr viele Menschen. Heute sind es nur noch wenige Dutzend, die das Verfahren beherrschen.

Die Arbeit mit der Petola

Das wichtigste Wissen der Solinarji betrifft die Petola. So heißt die Schicht aus Mineralien, Algen und Mikroorganismen, die den Boden der Kristallisationsbecken bedeckt. Sie trennt das Salz vom dunklen Schlamm darunter und hält es rein und hell.

Die Petola muss jedes Jahr neu „gezüchtet“ und gepflegt werden. Wie das geht, steht in keinem Lehrbuch – es wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Ein Tag in der Salzsaison

Ist die Petola bereit, beginnt die Saison. Das Meerwasser wird über Kanäle und Schleusen durch eine Reihe von Becken geleitet. In jedem Becken verdunstet Wasser, der Salzgehalt steigt. Im letzten Becken beginnen die Kristalle zu wachsen.

Nach sieben bis acht Stunden hat sich am Boden eine feine Salzschicht gebildet. Die Solinarji schieben sie mit Holzschiebern zu kleinen Haufen zusammen, lassen sie abtropfen und bringen sie mit Schubkarren ins Lager. Weil jeden Tag geerntet wird, nennt man es Tagessalz – die Kristalle bleiben fein.

An windstillen Tagen kommt eine zweite, besonders vorsichtige Ernte dazu: die Salzblüte, die von der Wasseroberfläche abgeschöpft wird.

Wetter ist alles

Regen kann die Arbeit von Tagen zunichtemachen: Er verdünnt das Salzwasser, und alles beginnt von vorn. Deshalb beobachten die Solinarji den Himmel genau. Bei aufziehendem Gewitter wird geerntet, so schnell es geht.

Warum das wichtig ist

Seit 2014 ist „Salz aus Piran“ als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) anerkannt. Das bedeutet: Nur Salz, das hier nach dem traditionellen Verfahren entsteht, darf diesen Namen tragen. Die Arbeit der Solinarji ist damit nicht nur Tradition, sondern Voraussetzung für das Produkt.

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